Fahrverbot an Sonn und Feiertagen

  • Also ich bin stark dafür, dass der Halter eines Motorrads zumindest für die Kosten der Erstellung eines Bußgeldbescheids belangt werden kann... das klingt fair und bedeutet ja im Umkehrschluss, dass der Fahrer meines Motorrades, der in die Radarfalle getappt ist, nicht erkannt wurde.... :ka:


    Bei zeitlich beschränkten Verkehrsverboten für Motorräder an Sonn- und Feiertagen schaut das Gaststättengewerbe aber ganz schön dumm aus der Wäsche. Da geht Etliches an Umsatz flöten. Immerhin sollen Motorräder mit alternativen Antriebstechniken davon ausgenommen werden, was mich wiederum in dem Antrieb bestärkt, mal die finnische Verge TS anzutesten, so sie denn tatsächlich in Produktion geht, wonach es derzeit aussieht.... 1000Nm Drehmoment, die müssen ja für irren Vortrieb sorgen, sofern nicht 100% Schlupf dabei rumkommt. :brows:

    Verge TS.

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    Wie meinst du das, langsam mit dem Motorrad fahren?


  • Ist erst einmal nur eine Eingabe beim Bundestag, ob und wann das bearbeitet wird ist unklar. Das ist kein Beschluss!


    Hoffen wir mal, das sich die Lobby der Motorrad Hersteller und Händler sich hier dagegen wehren wird. Argumente gibt es genug, und bei einem Sonntagsfahrverbot werden viele Arbeitsplätze in Frage gestellt. Ob wir uns das nach Corona noch leisten wollen hoffe ich nicht.


    Hier mal ein Überblick:


    Was haben Möbelherstellung, Apotheken und die Motorradindustrie in Deutschland gemeinsam? Genau: die Wertschöpfung, auf gut Deutsch der Beitrag dieser Branchen zum Volkseinkommen. Der liegt nämlich auf ähnlichem Niveau. Im Jahr 2014 betrug die Wertschöpfung 6,6 Milliarden Euro, dabei erreichte die Motorradbranche einen Umsatz von 11,6 Milliarden Euro. Sie sichert Arbeitsplätze für fast 130.000 Personen, das entspricht der Einwohnerzahl von Ingolstadt oder Regensburg. Der Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt beläuft sich zwar nur auf bescheidene 0,25 Prozent, das ist aber immerhin jeder 330. Arbeitsplatz in Deutschland. Auch beeindruckend: Jeder 400. erwirtschaftete Euro ist der Motorradwirtschaft im weiteren Sinne zuzuschreiben, entweder direkt, indirekt oder induziert, das heißt durch sie ausgelöst.


    Dieses komplizierte Geflecht lässt sich am besten an einem Beispiel aus dem Leben illustrieren. Ein erfolgreicher Motorradverkäufer gibt sein verdientes Geld für ­Kleidung aus, geht essen, kauft sich ein Fahrrad, schickt seine Kinder zur Schule. Wenn der Meister sich selbstständig macht, baut oder renoviert er ein Firmengebäude, bringt Bauarbeiter in Lohn und Brot, die ­ihrerseits Geld ausgeben, und so weiter. Schnell wird klar, dass all diese Verästelungen äußerst schwer bis in die letzte Stelle erfassbar sind. Man versucht, das durch den sogenannten Beschäftigungsmultiplikator, auch Hebel genannt, zu beziffern. Er beträgt in unserer Branche 1,8. Das bedeutet im Klartext, dass von jedem Mitarbeiter in der Motorradwirtschaft 0,8 weitere Arbeitsplätze abhängen.


    Anders gesagt: Wenn in der Motorradbranche zehn Arbeitsplätze wegfallen, kostet das acht Menschen drum herum ihren Job. Bei der Möbelbranche beträgt der Faktor übrigens 2,4; macht 14 andere Jobs pro Arbeitsplatz. Bei den Apotheken nur 1,5, sprich fünf Jobs pro zehn Personen hinterm Apothekentresen.


    Wirtschaftliche Bedeutung bisher unterschätzt

    „Bisher konnte die wirtschaftliche Bedeutung von Motorrad und Roller nur geschätzt werden“, sagt IVM-Hauptgeschäftsführer Reiner Brendicke. Er räumt ein: „Das ist wenig überzeugend, wenn man gegenüber Politikern Gewicht haben möchte.“ Also mussten Zahlen her, Zahlen auf deren Basis man Branchen vergleichen kann. Eine Methode, die für die Möbelindustrie ebenso funktioniert wie für den Handel mit Baumaterialien. Den Auftrag bekam das Institut Economica aus Wien, es hatte eine derartige Untersuchung bereits für Österreich durchgeführt.

    Da die Motorradwirtschaft ähnlich anderer Branchen wie Tourismus, Sport oder Kultur eine sogenannte Querschnittsmaterie ist, sich also aus einer Vielzahl von Branchen zusammensetzt und mit vielen anderen vernetzt ist, wurde ihre wirtschaftliche Bedeutung bisher unterschätzt. Solche Wirtschaftsstudien teilen die Materie in zwei Bereiche auf: zum einen die Kernbranche, also die Motorradwirtschaft im engeren Sinn wie die Produktion von Motorrädern, Reifen, Bekleidung und Zubehör, sowie Händler, Werkstätten oder die stark wachsende Zahl der Customizer. Und zum anderen in die Motorradwirtschaft im wei­teren Sinne. Dazu gehören alle Bereiche, die es ohne Motorrad zwar auch gäbe, die aber am Motorrad und den Motorradfahrern verdienen wie Tankstellen, Fahrschulen, Zeitschriftenverlage, TÜV, Gastronomie und viele mehr.

    Im Kerngeschäft hat auch und gerade der Export stark zugelegt. Seit 1991 verdoppelte sich der Wert der exportierten Waren in der Motorradbranche alle zehn Jahre. Jeder 650. Export-Euro geht auf die Kernbereiche der Motorradwirtschaft zurück. Wir denken hier an Firmen wie BMW, Metzeler, Schuberth, Held, Stadler oder Abus. Das durchschnittliche reale Exportwachstum lag hier bei zwölf Prozent im Jahr und damit deutlich über dem Gesamtmarkt. Besonders stark zugelegt hat die Branche in den letzten drei Jahren. Wichtigste Zielländer sind die USA, gefolgt von Frankreich und Italien. 57 Prozent aller Exporte gehen in Länder der ­Europäischen Union.

    Bemerkenswert ist, wie die Studie die Zeit- und Kostenersparnis durch den Einsatz von Zweirädern bilanziert. Seriöse Untersuchungen beziffern den Zeitverlust aller Autofahrer in Deutschland durch Parksuchverkehr auf horrende 510 Millionen Stunden pro Jahr. Veranschlage man eine Stunde privaten Individualverkehr mit 4,30 Euro, komme man auf verschwendete 2,2 Milliarden Euro!

    Die Motorradfahrer ersparen sich im Vergleich zur Pkw-Nutzung also 60,4 Millionen Euro pro Jahr, weil für sie der Parkplatzsuchverkehr entfällt. Und: Würden sie stattdessen das Auto nutzen, würden sie auch fast 40.000 Tonnen CO2 zusätzlich in die Luft blasen. Auch die Öko-Bilanz stimmt also. Die Motorradbranche hat sich folglich nach der dicken Delle im ersten Jahrzehnt des Jahrtausends nicht nur wieder gefangen, sondern überdurchschnittlich zugelegt. Mit diesen Zahlen kann sich der IVM hoffentlich auch im politischen Berlin Gehör verschaffen.



    VG


    Klaus

    Dummheit ist auch eine natürliche Begabung.

    Wilhelm Busch

  • Wenn dann mal die Krawallmacher begreifen dass laut nicht gleich schnell ist und mit serienmäßigem Auspuff fahren gibts doch keine Probleme.

    Im Serienzustand ist ein Motorrad doch schon laut genug.

    Kaum zu glauben wieviel Leute mit Stöpsel in den Ohren unterm Helm fahren.

    So sind die meisten Fahrverbote hausgemacht.


    Walter

    man ist nie zu alt etwas unsinniges zu tun :)

  • ... Es gibt ja auch Zubehöranlagen, die mit E-Nummer lautstärkekonform sind. Das ist ja auch alles ok, denn der Zubehörhandel soll ja auch leben. Aber wenn man absichtliche Manipulation der Auspuffanlage in irgendeiner Form nachweisen kann (sei es DB-Eater-Manipulationen, ohne DB-Eater fahren oder wenn einer den Auspuff "leer geräumt" hat), dann könnte man ruhig drastischere Strafen verhängen in Form wirklich abschreckender Bußgelder >1000€ in Verbindung mit der temporären Stilllegung des Krads bis zum Jahresende - Why Not. Manche lernen es nur so.


    Aber wo fängt das mit dem Lärm an und wo hört das auf ... im Prinzip müssten sie dann alle Zweiräder beschränken ... man denke nur an den Kreissägensound so mancher Mofas und Roller .... oder was ist z.B. mit den PKW und Kleintransportern? Die stinken auch an Sonn- und Feiertagen und machen auch Lärm. Konsequenterweise sollte man dann ein begrenztes Verkehrsverbot an Sonn- und Feiertagen für alle Verkehrsteilnehmer mit Verbrennungsmotoren einführen - dann würden wenigstens nicht nur einige wenige diskriminiert, die ihr Hobby arbeitsbedingt nur am Wochenende oder an Feiertagen ausüben können. So wäre doch eine konsequente Erholung vom Verkehrslärm für jeden garantiert und zusätzlich dem z.Z. hippen und achso verherrlichten grünen Gedankenbrei genüge getan.


    Naja, fordern kann man viel .... aber ob es auch verabschiedet wird, lassen wir mal dahingestellt. Und wie Klaus es so treffend dargestellt hat, spielt ein nicht unerheblicher wirtschaftlicher Aspekt auch eine große Rolle.


    Und wenn alle Stricke reißen, sind wir an Sonn- und Feiertagen auch schnell in Frankreich oder Luxemburg. Dann unterstützen wir halt deren Wirtschaft in den Pausen und beim Tanken.


    So long


    Carlo :wink2:

    ~ 3 Zylinder sind keiner zuviel und keiner zu wenig 8) ~


    ~ Always look on the bright Side of Life ~


    ~ Wider dem tierischen Ernst 8) ~

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  • Petition ist unterschrieben mit Zusatzkommentar:


    Die Maßnahme Sonn- und Feiertags Verbot nur für Motorradfahrer ist nicht nur diskriminieren, sondern auch unverhältnismäßig. Es gibt andere Mittel, um konformes Verhalten zu errreichen. Außerdem sind auch die meisten Sportwagen mit "zu lauten" Sounddesign-Anlagen ausgestattet. Die meisten Rasenmäher und Laubbläser verursachen vergleichbar mehr Lärm als ein vorbeifahrendes Motorrad.


    Wenn legale und Euro4-konforme Auspuffanlagen zu laut wirken, darf das Problem nicht auf Motorradfahrer abgewälzt werden.


    Zudem ist es ein individuelles Problem, wenn Motorradlärm störend auf jemanden wirkt. Für mich klingt jedes vorbeifahrende Motorrad wie eine Symphonie in meinen Ohren.

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    Wie meinst du das, langsam mit dem Motorrad fahren?


  • Ich hol mir mal Popcorn und such weiter den Silentmode an der Diva :help:

    Ich bin gerade etwas irritiert Stefan ... Jasmin könnte das nicht lustig finden, wenn sie es liest :brows:;)

    ~ 3 Zylinder sind keiner zuviel und keiner zu wenig 8) ~


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  • Um in diesen „modernen Zeiten“ politisch korrekt zu bleiben habe ich einen ganz eigenen Deal entwickelt.
    Ich fahre jetzt mit dem E Bike meine Runde und im Gegenzug darf ich weiterhin mit legalen 96dB zur Eisdiele. Quasi ein Art Quotenregelung - für 250 Kilometer EBike in der Woche, gibt‘s 250 mit dem Breitbau.
    In diesem Sinne „braaaab, braaaab und nicht psssssss“

  • Es gibt mehrere Petitionen....leider wurde dies nicht koordiniert.....die Form und Begründung der Petitionen Sind eher dürftig. So wird das leider nix. Hier müssen die Verbände und Lobbyisten ran und ein koordiniertes Vorgehen abstimmen.


    VG


    Klaus

    Dummheit ist auch eine natürliche Begabung.

    Wilhelm Busch

  • Es gibt mehrere Petitionen....leider wurde dies nicht koordiniert.....die Form und Begründung der Petitionen Sind eher dürftig. So wird das leider nix. Hier müssen die Verbände und Lobbyisten ran und ein koordiniertes Vorgehen abstimmen.


    VG


    Klaus

    Was ist denn nun besser, bei einer Petition zu unterschreiben bei der man glaubt sie hätte keine Chance, aber man weis es nicht wirklich, oder diesen Weltverbesserern das Feld zu überlassen um unser Hobby zu zerstören? Im übrigen könntest Du auch die Links zu den anderen Petitionen hier posten, dann kann man Diese auch unterstützen. Eine Sternfahrt nach Berlin wäre auch eine Option, da kämen dann wieder Verbände (Welche gibt es eigentlich hierzulande?) ins Spiel, oder man schaut mal über unsere Westgrenze rüber, da wären die Motards längst auf der Straße, aber ob das hier in Deutschland im großen Stil durchführbar wäre scheitert vermutlich an der deutschen abnick Mentalität. Deswegen bin ich der Meinung, man sollte nach jedem Strohhalm greifen, eine Chance gibt es immer. Ein Rennen endet erst an der schwarz-weis karierten Flagge.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Klaus A. ()

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    Da wir alle ja davon betroffen sind würde ich mich freuen wenn so viele Leute hier unterstützen wie möglich!

    Ob das alles Aussicht auf Erfolg hat möchte ich gar nicht Diskutieren, denn es wird ganz gewiss nicht unserer Sache Schaden also Haut rein und unterstützt was das Zeug hält 😉

    Den Kreativen erkennt man gelegentlich erst daran,
    das er völlig neue Fehler macht.